Entstehung Götterglaube:
Zuerst möchte ich Euch erzählen, wie es überhaupt zu diesem Götterglaube kam.
Der germanische Götterglaube entwickelte sich aus der Naturreligion der arischen und indogermanischen Völker. Mit der etwas älteren indogermanischen Mythologie teilt die Germanische noch deutlich den Charakter eines von einem Hirtenvolke geübten Lichtkultus. Vielfach zeigen sie das Volk noch ganz auf der Stufe der indogermanischen Einheit, d.h. auf der Stufe des Nomadenlebens mit Anfängen des Ackerbaues, der Viehzucht und eines Gemeindewesens.
Die Untersuchung der Götternamen und Göttersagen bei den verwandten Völkern gibt in Übereinstimmung mit der Ethnologie (Völkerkunde) darauf die Antwort, dass dies, die Vorgänge in der Natur waren: die Erscheinungen der Sonne und des Mondes, der Morgen- und Abendröte, des Blitzes und Donners, des Sturmes und Windes. Die Menschen fühlten sich abhängig von der Macht dieser Naturerscheinungen. Sie stellten sich diese Naturwesen belebt und als Wesen wie sie selbst oder wie die Wesen ihrer Umgebung vor. Nur hatten sie übermenschliche Kraft (je ihrer Aufgabe entsprechend).
Zum Beispiel Thor: Er ist der Gott des Donners und allgemein für das Wetter zuständig. Darum ist Thor besonders für Seefahrervölker von grosser Wichtigkeit. Ebenfalls wird er von der bäuerlichen Gesellschaft als Vegetationsgott verehrt. Im wurden Opfergaben wie Fleisch, Bier usw. geopfert. So erhofften sie sich, dass er ihnen half.
Thor im Überblick:
Die Religion der skandinavischen Völker im frühen Mittelalter ist ein immer wieder behandeltes Thema. Dies gilt nicht nur für wissenschaftliche Texte, sondern auch für die Populärkultur, die die überlieferten Geschichten dieser Zeit immer wieder aufgreift (z.B Filme, Comics). Schriftliche Überlieferungen aus der Welt des mittelalterlichen Skandinaviens sind vor allem von Christen erhalten. Der Grund dafür ist, dass die germanischen Völker noch nicht schreiben konnte. Die altnordische Literatur zeigt ein deutliches Bild von Thor in den sogenannten „Thorsmythen“. Sie zeigen Thor in den zum Teil schwankhaften Gedichten der Lieder-Edda sogar als Witzfigur. Die Lieder der Edda entstanden zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert. Sie beschwören die alten germanischen Götter und Helden herauf. Sie berichten von Anfang und Ende der Welt, vom Himmel, von der Erde und dem Totenreich. Es gibt auch Bücher mit den Liedern und Texten aus der Edda (z.B Die Edda von Karl Simrock). Geschrieben wurden die Dichtungen im 13 Jh. in altisländischer Sprache. Es gibt zwei Versionen; die jüngere Snorri-Edda und die etwas ältere Lieder-Edda. Für uns sind die Götterlieder interessant, denn in ihnen können wir sehen, wie die skandinavischen Völker die Götter sahen. Eine Strophe aus dem Harbard-Lied (in der Edda) lautet:
„Óðinn á iarla, þá er í val falla, enn Þórr á þræla kyn.“
„Das Knechtsvolk hat Thor, doch die Könige Odin, die da fallen im Feld.“
Dieser Satz verdeutlicht, dass Odin höher ist, als Thor. Das wird auch so in der Mythologie geschildert. Odin wurde in Skandinavien vorallem von der höfischen Gesellschaft verehrt und Thor von den Wikingern und Bauer.
Thor waren Tempel, Quellorte und Haine geweiht. Ortsnamen, die auf Thors Namen zurückgehen, sind heute noch vorhanden. Thor war zudem ein beliebter Name. Zum Beispiel stammt Donnerstag von Thor (Donar) ab. Dies verdeutlicht die Textstelle aus der Yinglinga Saga:
„En Óðin ok þá höfðingja tólf blótuðu menn, ok kölluðu goð sín ok trúðu á lengi síðan. Eptir Óðins nafni var kallaðr Auðun, ok hétu menn svá sonu sína, en af Þórs nafni er kallaðr Þórir eða Þórarinn, eða dregit af öðrum heitum til, svá sem Steinþórr eða Hafþórr, eða enn breytt á fleiri vega.“
„Nach Odin bildete man den Namen Audun, und so nannten die Menschen ihre Söhne; die Namen Tore oder Toraren waren nach Thor gebildet, und auch mit anderen Begriffen wurde Thor im Namen verbunden; und so entstanden Namen wie Steintor oder Havtor und mancherlei andere.“
Hier noch ein Ausschnitt aus der Hymiskvida (Die Sage von Hymir):
Tapfer zog Thor der
gewaltige
Den schimmernden Giftwurm zum Schiffsrand auf.
Das häßliche Haupt mit dem Hammer traf er,
Das felsenfeste, dem Freunde des Wolfs.
Den schimmernden Giftwurm zum Schiffsrand auf.
Das häßliche Haupt mit dem Hammer traf er,
Das felsenfeste, dem Freunde des Wolfs.
Felsen krachten, Klüfte heulten,
Die alte Erde fuhr ächzend zusammen:
Da senkte sich in die See der Fisch.
Die alte Erde fuhr ächzend zusammen:
Da senkte sich in die See der Fisch.
Thor erschlägt sie mit seinem Hammer und sie sinkt auf den Meeresboden.
Sogar Amulette von Thors Hammer wurden hergestellt und anstelle des Kreuzes getragen. Auf Runensteinen wurden manchmal auch solche Hammer abgebildet. Dies zeigt, dass sie ihm sehr treu waren und ihn verehrt haben.
In meinem nächsten Post werde ich einen Filmvergleich machen. Dort stelle ich dar, was vom Mittelalter miteinbezogen wird und was verändert wird. Mein Ziel ist es zu verdeutlichen, dass die alten Mythen noch heute weiter leben, auch wenn nicht ganz fehlerfrei.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Thor
http://de.wikipedia.org/wiki/Nordische_Mythologie
http://www.thomasnesges.de/edda/
http://www.thomasnesges.de/edda/
Hallo Hannah
AntwortenLöschenThor, was für ein faszinierendes Thema! Ich habe mich persönlich auch schon viel mit der nordischen Mythologie auseinandergesetzt, aber dank deinem Blogeintrag bin ich um einiges schlauer geworden. Ich persönlich hätte auch seine Abstammung eine kurze Erwähnung wert gefunden. Es ist ein sehr interessanter Eintrag und es hat mir Freude bereitet ihn zu lesen. Ich kann es kaum erwarten mehr interessante Einträge deinerseits zu lesen!
Freundliche Grüsse, Christian :)